Innovationen aus Kenia

Ein Thema, über das ich bisher nie geschrieben habe, sind Erfindungen und Innovationen die aus Kenia stammen. Daher möchte ich heute zwei Innovationen vorstellen: M-Pesa für Geldtransfers über Mobiltelefone und Ushahidi zur Sammlung von Kriseninformationen.

Mit M-Pesa (m steht für mobile und Pesa ist Kiswahili für Geld) kann man über ein Mobiltelefon Geld verschicken, Rechnungen (etwa für Strom und Wasser) begleichen, Gesprächsguthaben kaufen usw. Man braucht kein Bankkonto um teilzunehmen; es genügt ein Mobiltelefon, eine SIM-Karte des Mobilbetreibers Safaricom und eine zusätzliche kostenlose Anmeldung bei M-Pesa (die jedoch auch nicht mehr als 10 Minuten dauert). In Kenia ist dieser Service so vorteilhaft, weil vor allem in ländlichen Gegenden kaum Bankfiallialen oder Bankomaten zu finden sind. Dadurch wird Menschen, die nie ein Bankkonto haben werden, bargeldloses Zahlen über große Distanz ermöglicht und so viel Zeit – oft stundenlanges Gehen oder Fahren – gespart.

Doch wie genau funktioniert das jetzt? Zum einen gibt es M-Pesa-Agenten: das sind registrierte Geschäfte, die M-Pesa-Transaktionen durchführen dürfen und sind bei Tankstellen, Apotheken, Supermärkten, Internetcafes usw. zu finden. Notwendig sind diese Agenten nur beim Geld einzahlen und abheben, was durch einen SMS-Dienst in ein paar Minuten erledigt ist. Abgesehen davon kann man M-Pesa-Transaktionen immer und überall durchführen. Und wie verdient Safaricom damit Geld? Pro Transaktion wird je nach Höhe des Geldbetrages eine Gebühr verlangt.

Ushahidi ist Kiswahili für Aussage (im Sinne einer Zeugenaussage) und ist ein Open-Source-Projekt (unter LGPL) zur Sammlung von Informationen während einer Krise. Gestartet wurde das Projekt Anfang 2008 wegen der Unruhen nach der Präsidentschaftswahl. Da nach einiger Zeit das Fernsehen derart zensiert wurde, dass keine Berichterstattung über die Unruhen gesendet werden durfte, bestand ein großer Bedarf an Informationen – sei es allein um zu wissen, ob der Weg zur Arbeit sicher ist. Aus diesem Bedarf heraus entstand Ushahidi.

Man konnte per SMS, E-Mail oder Online-Schnittstelle Gewalttaten, Unruhen, Plünderungen usw. melden, die dann auf einer Google-Karte angezeigt wurden. Hier kann man diese Zusammenstellung sehen. Dadurch konnte jeder einerseits mithelfen die Gewalt zu dokumentieren und sich auch unabhängig informieren.

Nun ist das Projekt nach dem Ende der Gewalt aber nicht einfach ausgelaufen, es wird weiterentwickelt und wird/wurde bei Krisen in anderen Ländern verwendet. In Indien wurde es bei den Parlamentswahlen 2009 dazu genutzt Unregelmäßigkeiten aufzuzeigen. Al Jazeera verwendete Ushahidi während des Gaza-Krieges Anfang 2009.

Advertisements

2 Antworten to “Innovationen aus Kenia”

  1. stefon Says:

    „zensuriert “ : wohl eher zensiert oder?

    Mich hats auch sehr überascht wieviele m-pesa agenten es gibt… in den slums und am land und überall…

  2. karibukenia Says:

    Kommt davon, wenn man im Kopf noch zuviel Englisch hat (censured). Thx 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: