Verkehr(t)

Wenn man an eine Millionenstadt wie Nairobi denkt, stellt man sich doch eine gutes Verkehrssystem vor. Weit gefehlt: es gibt keine U-Bahn, keine Strassenbahn, kurz: kein oeffentliches Verkehrssystem. Man kann einzig zwischen Taxis und – je nach Strecke- Matatus (kleine Busse fuer etwa 14 Personen) oder Busse waehlen. Und die sind alle in privater Hand. Dementsprechend sieht es auch auf den Strassen aus.
Fuer meine Strecke in die Innenstadt die ohne Stau etwa 15 Minuten dauert, muss man Glueck haben, wenn man es unter 40 Minuten schafft, meistens dauert es sogar laenger. Und im Stau stehen 70% Matatus.
Vor einigen Jahren gab es die Idee eines Park-&-Ride in den Aussenbezirken, ist aber total gescheitert. Wie soll auch ein Ticket fuer die ganze Stadt klappen, wenn zig private Unternehmen die Busse und Matatus betreiben. Und was ist davon geblieben? Nicht weit von mir entfernt steht ein grosses haesslich graues Gebaeude mit der Aufschrift „Bellevue Park & Ride“.
Und was plant die Regierung Kenias? Es gibt eine Vision 2030, die hauptsaechlich durch Plakate beworben wird, die eine moderne Innenstadt und bessere, groessere Strassen zeigen. Kein Ton von einen oeffentlichen Verkehrssystem. Kein echter Versuch um groessere Busse einzusetzen.

Mein Schluss daraus: Wenn das Verkehrssystem in privater Hand ist, gibt es kaum Fortschritt.

Zu den vielen Matatus kommt noch, dass es in der Innenstadt zwar Ampeln gibt, die werden aber meistens ignoriert; Verkehrsschilder sind praktisch nicht vorhanden (ich habe bisher etwa 10 gesehen); Verkehrsregeln werden nicht befolgt (kein Wunder, wenn man den Fuehrerschein gegen Bestechung haben kann und bei der Pruefung manchmal nur mit einen Spielzeugauto gefahren wird); Matatus und Autos fahren auf den Gehsteigen; bei Stau wird aus zwei Spuren vier oder einfach auf der Gegenfahrbahn gefahren. Und all das ohne eine Art TUEV: sprich die Autos muessen nicht regelmaessig kontrolliert werden. Also alles sehr unsicher. Der Vorteil ist, dass durch den Stau in der Stadt bei Unfaellen nur ein kleiner Blechschaden entstehen kann.
Ausserhalb auf den Autobahnen, gibt es aber immer wieder toedliche Unfaelle. Sei es wegen technischen Problemen am Auto (keine verpflichtende, regelmaessige Ueberpruefung), Strassenschaeden, ignorieren der Verkehrsregeln oder eine Mischung aus all dem.

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Eine Antwort to “Verkehr(t)”

  1. stefon Says:

    Da sieht die Situation der Öffis in Österreich natürlich besser aus… aber die gehören auch verbessert.
    danke!

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