Archive for März 2009

Verkehr(t)

30. März 2009

Wenn man an eine Millionenstadt wie Nairobi denkt, stellt man sich doch eine gutes Verkehrssystem vor. Weit gefehlt: es gibt keine U-Bahn, keine Strassenbahn, kurz: kein oeffentliches Verkehrssystem. Man kann einzig zwischen Taxis und – je nach Strecke- Matatus (kleine Busse fuer etwa 14 Personen) oder Busse waehlen. Und die sind alle in privater Hand. Dementsprechend sieht es auch auf den Strassen aus. (more…)

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Typisch Wazungu! – Teil 1

25. März 2009

Wazungu trinken Tee nur aus halbvollen Tassen, weil ihre Nasen zu lang sind. Bei vollen Tassen wuerden sie sich die Nasen verbrennen.

(Zur Erinnerung: Wazungu sind Weisse)

Wunderheilung, Placeboeffekt und Meditation

14. März 2009

In Kenia gibt es im Fernsehen Sonntags immer Gottesdienste zu sehen, Wunderheilungen sind dabei nichts besonderes. Menschen die Schmerzen haben, sind schmerzfrei. Ein Junge der seit Jahren nicht geredet hat, sagt wieder ein Wort. Krebs und Organbeschwerden verschwinden. Das nur ein Ausschnitt von Wunderheilungen die bei solchen Gottesdiensten gezeigt wurden. Wenn man von Wunderheilungen spricht, dann kommt wohl den Meisten die Worte Unsinn, Scharlatan und Quacksalber in den Sinn – so auch mir.
Dadurch, dass ich diese Heilungen aber immer wieder im TV gesehen habe und meine Gastmutter auch daran glaubt, habe ich genauer darueber nachgedacht, ohne Vorurteile. Dabei habe ich versucht eine Definition fuer Wunderheilung – unter der Annahme, dass Wunderheilung existiert – zu finden:

Durch den Glauben an Gott und/oder den Heiler wird die Krankheit gelindert oder ganz geheilt; ohne naturwissenschaftliche Erklaerung.

Was kann nun der Grund sein, dass es funktioniert? Dazu eine kurzer Schwenk zum Placeboeffekt:

Ein Placebo (lat. „ich werde gefallen“) im engeren Sinne ist eine Tablette oder ein anderes medizinisches Präparat, welches keinen arzneilichen Wirkstoff enthält und per Definition somit auch nicht eine durch einen solchen Stoff verursachte pharmakologische Wirkung haben kann. Im medizinwissenschaftlichen Sprachgebrauch werden heute im erweiterten Sinne auch alle anderen therapeutischen Maßnahmen als Placebo bezeichnet, die ohne naturwissenschaftlichen Nachweis einer spezifischen Wirkung trotzdem eine positive Reaktion, den sogenannten Placeboeffekt, am Patienten bewirken können. (aus Wikipedia)

Oder anders gesagt: Der Glaube an das Medikament oder die Therapie lindert oder heilt die Krankheit.

Ist daher Wunderheilung eine Art Placeboeffekt? Oder ist der Placeboeffekt eine Wunderheilung? Die Antwort darauf bleibt jeden selber ueberlassen, ich denke jedoch, dass solche sogenannten Wunderheilungen klappen koennen.

Und um das Thema noch weiterzuspinnen: Wenn durch den Glauben an Gott, durch Glauben an wirksame Medikamente Krankheiten und Schmerzen gelindert/geheilt werden koennen, dann muss es irgendwie moeglich sein den Zwischenschritt auszulassen. Dass es moeglich ist das eigene Gehirn in einen Zustand des Glaubens versetzen kann, um Schmerzen zu lindern, um sich evtl. gar selbst zu heilen.
Und ist das nicht was Meditation bewirken soll? Das Bewusstsein in einen anderen Zustand zu versetzen, um Ruhe zu finden, weniger Schmerz zu verspueren oder gar Heilung zu erfahren?

Mich wuerde sehr interessieren, was ihr dazu denkt. 🙂

(Kein) Alltag

11. März 2009

Ich habe in einen meiner ersten Artikel geschrieben, dass ich mir nicht wirklich vorstellen kann, wie es ist, wenn Jungs weglaufen, die ich gut kenne, die ich ins Herz geschlossen habe.
Leider ist das jetzt schon ziemlich oft passiert. Es sind Jungs zurueck auf die Strasse gelaufen, die schon mehr als ein halbes Jahr in Kwetu waren; weil sie das neue Projekt nicht mochten oder weil sie daheim wieder die gleichen Probleme eingeholt haben, vor denen sie das erste Mal schon weggelaufen sind.
Dann gibt es noch die Jungs, die erst seit kurzem bei Kwetu sind. Davon laufen ca. 40% weg; nach einer oder spaetestens zwei Wochen. Die letzten 14 Tage sind mehr als 5 Jungs zurueck auf die Strasse. Darunter Jungs, die gerade mal 9 Jahre alt sind. Wenn ich darueber nachdenke, was die jetzt auf der Strasse durchmachen, ist es manchmal schon schwer positiv zu bleiben. Aber andererseits versuch ich mir dadurch noch mehr Muehe zu geben, mehr Einsatz fuer die Jungs die bei Kwetu bleiben. Und dabei hoffen, dass die weggelaufenen Kinder zu uns zurueckkommen oder in ein anderes Projekt.
Aber Alltag – dahingehend, dass es mich nicht mehr emotional betrifft – kann das fuer mich nicht werden. Und ich glaube das ist auch gut so.