Polizei – dein Freund und Helfer!?

Heute will ich erst was ueber die Polizei in Kenia schreiben.

Die Polizei ist zweigeteilt: Die normale Polizei und die administrative Polizei – AP – (die Militaeruniformen und Waffen, die ich bei einen Polizisten nicht sehen moechte, tragen – siehe hier). Die AP ist fuer die gefaehrlichere Arbeit gedacht (groessere Verbrecherjagd, Unruhen zerschlagen…), allerdings sieht man sie auch normale Polizeiarbeit verrichten – Autos kontrollieren oder einfach durch die Strassen patroullieren. Das waere eigenlicht kein grosses Problem, aber durch die Art und Weise, wie die Polizei arbeitet, fuehle ich mich definitiv nicht sicher, wenn Polizei in der Naehe ist.

Die Gruende dafuer: Die Polizei ist eine der (oder die) korruptesten Organisationen in Kenia. Daher kann man sich einerseits gegen Geld aus viele Probleme frei kaufen (die Bremsen funktionieren nicht so gut? – kein Problem, gegen ein Trinkgeld…). Andererseits nimmt die Polizei immer wieder Leute fest oder droht es an, mit fadenscheinigen Gruenden, um eben Bestechungsgeld zu bekommen. Das kann jetzt ein arbeitsloser Jugendlicher (mit den Grund zu laut zu sein oder die anderem Leute zu belaestigen, selbst wenn man hinter einem Geschaeft ist) sein oder eine Freiwillige (die ein Spion ist und versucht die Bananenpreise in Erfahrung zu bringen). Falls man kein Bestechungsgeld zahlt, kann man, wenn man Pech hat, eingesperrt werden. Besonders bloed ist es, wenns am Freitag abend passiert, weil am Wochenende keine Faelle bearbeitet werden – daher kann man durch sowas bis zu drei Naechte im Gefaengnis verbringen.
Gruende warum die Polizei so korrupt ist, koennten in der sehr schlechten Bezahlung und Behausung liegen.

Das naechste Unwohlsein verursacht die haeufige Benutzung von Feuerwaffen. Ich habe schon lange aufgehoert zu zaehlen wieviele Verbrecher von der Polizei erschossen wurden, seitdem ich da bin. Bei Bank- oder Raubueberfaellen kann ichs einigermassen nachvollziehen, weil die Kriminiellen auch viel brutaler sind, verglichen mit Oesterreich. Wenn allerdings die Polizeit jemanden erschiesst, weil er Autos vandaliert; oder wenn auf ein Auto schiesst, weil es nicht stoppt und falsch abbiegt um der Verkehrskontrolle zu entkommen; oder wenn auf Jugendliche geschossen wird, wenn sie vor der Polizei weglaufen (egal, ob sie was aufn Stecken haben oder einfach nicht wegen einen fadenscheinigen Grund festgenommen werden wollen), dann geht das eindeutig zu weit. Und bei solchen Vorkomnissen gibt es auch keine grossen Proteste, das sind ja nur Verbrecher. Die UN sagt dazu dass es einige Hinweise gibt, dass diese Toetungen von der Polizei systematisch und geplant sind, nicht blosse Unfaelle oder Aktionen von einzelnen Polizisten.

Was gibt es sonst noch ueber die Polizei zu berichten: Wenn Strassenkinder von der Polizei aufgegriffen werden, ist es keine Seltenheit, dass sie einfach verpruegelt werden – die muessen ja lernen, dass sie nicht erwuenscht sind. Wenn Demonstrationen sind (von Lehrern; von IDPs, darunter Frauen und Kinder, siehe Kenia Politisch; gegen Korruption in der Regierung) dann wird regelmaessig Traenengas erwendet und Festnahmen duerfen auch nicht fehlen.

Aber nun was es bei mir neues gibt: Gestern war ich mit einen Sozialarbeiter von Kwetu Home of Peace im Stadtzentrum, um einen weggelaufenen Jungen wiederzufinden. Wir haben ihn auch gefunden, und zwar in seiner „Base“. Die Base, also die Basis, ist der Platz wo eine Gruppe von Strassenkinder schlafen, wo ihr Zuhause ist. In diesem Fall war die Base auf der Mittelinsel eines Kreisverkehrs unter Bueschen – durch ein paar Planen vor Regen geschuetzt. Es waren ca. 10 Jungs dort, ich schaetze zwischen 8 und 14 und zwei Aeltere. Alle hatten ne Flasche mit Klebstoff zum schnueffeln. Zwei sind erst vor kurzen von anderen Jungs beschnitten worden. Mit den Jungs zu reden und all das zu sehen – es ist wie in einer anderen Welt. Und nur 5 Meter daneben fahren Hunderte Autos vorbei ohne auch nur eine Ahnung von dieser Welt zu haben, oder ohne ein Interesse daran zu haben.
Der Junge der weggelaufen ist, wollte nicht mitkommen, dafuer konnten wir zwei andere Jungs mit zu Kwetu nehmen. Ich haette ja am Liebsten alle mitgenommen, aber das war einfach nicht moeglich…

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2 Antworten to “Polizei – dein Freund und Helfer!?”

  1. stefon Says:

    Wieder mal super geschrieben (*neid*)

    spannendes und wichtiges thema. tut mir leid dass du nit alle mitnehmen konntest, das ist hart, das glaub ich dir

  2. karibukenia Says:

    Danke 😀

    Und ja, war nicht einfach. Aber immerhin zwei 🙂

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