Zu viel zu schreiben

Sorry fuer die lange Pause, mein Schreibareal im Gehirn hat einen kurzen Urlaub eingelegt. Dafuer gibts heute zwei Artikel.

Letztes Mal hab ich versprochen, dass ich mehr ueber Wazungu schreibe. Wazungu ist Kiswahili fuer Weisse. Dass man in laendlichen Gebieten als Weisser ziemlich auffaellt ist mir ja schon vorher gesagt worden (und durch einen Freiwilligen hier bestaetigt worden), aber ich dachte, dass es in einer Millionenstadt wie Nairobi nichts in der Richtung gibt. Aber weit gefehlt: Wenn man nicht direkt im Stadtzentrum ist, sieht man Weisse vielleicht einmal die Woche; auf meinen Weg zu Kwetu – Home of Peace hoer ich fast jeden Tag jemanden „Muzungu“ (Einzahl von Wazungu) rufen; als Weisser gilt man als amerikanischer Tourist, der viel Geld hat. Dadurch wollen ziemlich viele mit mir ins Gespraech kommen, einfach nur wiel ich ne weisse Hautfarbe habe. Teilweise ist es ganz lustig und ziemlich cool, weil man dadurch viele verschiedene Leute kennenlernen kann, aber manchmal ist es einfach nervig, weil man kaum ungestoert gehen kann. Und man weiss nie, ob man nur angeredet wird, weil sie spaeter Geld fuer etwas haben wollen oder durch mich irgendwie nach Europa kommen wollen.

In Kwetu – Home of Peace ist seit 2 Wochen eine Freiwillige weniger, was sich im Programm bemerkbar macht; man kann einfach nicht mehr so viele Sachen machen. Derzeit konzentriere ich mich vormittags aufs Alphabet unterrichten, was oft ziemlich Spass macht (die Jungs geniessen die ungeteilte Aufmerksam und manchmal gibts auch ein Danke dafuer, dass man ihnen ein paar Buchstaben beigebracht hat). Nachmittags ist dann mehr das Unterhaltungsprogramm: Indoor Games (sprich Brettspiele wie Mensch Aergere Dich Nicht und Dame, die selbst gemacht wurden, oder Kartenspiele, wie Memory und Quartett); Basteln und Sport. Wenn grad kleine Pausen zwischendurch sind oder ein paar Jungs nichts zu tun haben, dann mach ich mit den Jungs was mir grad einfaellt. Von kleinen Spielen, Raetsel, etwas ueber Oesterreich erzeahlen, Geschichten mit den Jungs lesen, einfach herumtoben… Ja, so sehen meine Tage bei Kwetu – Home of Peace derzeit aus, ich kann nur nicht sooo viele Details schreiben, weil sonst meine Artikel noch viiiel laenger werden 🙂

Morgen gibts bei Kwetu – Home of Peace Beschneidungen – ich hab dankend abgelehnt – leider nicht mit traditionellen Zeremonien, mal sehen wie das wird 🙂 Am 6. Dezember gibts dann die Weihnachtsfeier in Kwetu – Home of Peace, weil danach viele Jungs ueber die Ferien nach Hause duerfen und danach bin ich fuer ein paar Wochen am Land bei Verwandten der Gastfamilie: kein Strom, kein fliessendes Wasser 😀

Am Schluss noch etwas Politisches als kleine Ueberleitung zum naechsten Artikel: Als Obama als Sieger feststand – hab das und die Rede von Obama Live im TV gesehen – war mir schon klar, dass hier gross gefeiert wird, nachdem schon vorher Obama-Aufstecker, -Poster, -T-Shirts usw. verkauft wurden. Im Fernsehen gabs Werbespots (Werbung fuer Farben: „Aber das Weisse Haus muss nicht Weiss bleiben – Und Weiss ist soo gestern!“)… Aber als die Meldung im Fernsehen kam, dass der Tag nach der Wahl ein nationaler Feiertag in Kenia ist… einfach nur verrueckt 😀

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: