Archive for Oktober 2008

Mombasa oder Nairobi ist arschkalt

21. Oktober 2008

Ich war von Samstag Morgen bis Montag Abend in Mombasa und wenn ich bisher geschrieben habe, dass Nairobi heiss ist, dann nur weil ich Mombasa nicht kannte. Da wirds selbst in der Nacht nicht mal annaehernd kuehl, es war echt geniales Wetter!

Wir – das heisst 19 Freiwillige und Kenianer – sind zu Mombasa und zurueck mit nen Bus in der Nacht gefahren, habe daher leider nix von der Landschaft oder irgendwelche Tiere gesehen. Wir waren logischerweise jeden Tag am Strand, weisser Sand, warmes Wasser, war echt schoen. Leider war meistens ne ziemliche Ebbe und man hat ewig gehen muessen, damit man ein wenig im Wasser ist. Aber ich hab das Meer echt genossen. Samstag Abend waren wir in nen Restaurant am Strand, total schoene Bucht und Aussicht; man kann da auch Zimmer mieten… 😉 Fuers Essen haben wir da geschlagene 2 Stunden warten mueesen (zum Warten in Kenia muss ich eh noch mal gesondert was schreiben) dafuer wars frisch und gut 🙂 Sonntag haben wir nen Geburtstag gefeiert und sind Abends in nen Club gegangen. Die Musik war ganz okay, hat mich nicht so umgehauen; dafuer war ein Swimming Pool dabei, den haben wir ziemlich ausgenuetzt. Ich hab darin etwa 4 Stunden (ab Mitternacht) verbracht, geschwommen, getrunken, gegessen oder einfach am Ruecken im Wasser gelegen und mir den Sternenhimmel + fast-Vollmond angesehen. Und das Wasser war immer schoen warm, einfach genial!

Dann wollte ich noch ein bisschen mehr zur Kriminalitaet schreiben: am Freitag ist nen Freiwilligen das Handy direkt aus der Hand gestohlen worden, mittlerweile sinds also 4 Handys. Auch am Freitag bin ich im Supermarkt in der Schalnge gestanden und bei meinen Rucksack hats ein paar Mal geruckt, als ich mich dann umgedreht hab und den Rucksack nach vorn genommen hab, ist dem Mann hinter mir gaanz zufaellig eingefallen, dass er was vergessen hat, hat wem nach den Regal gefragt und ist verschwunden. Und sowas aehnliches (also irgendwer ist an der Tasche und muss dann ploetzlich ewg) ist Anderen Freiwilligen auch schon oefter passiert.

Allerdings glaub ich, dass ich nen Dieb laufen lass, wenn mein Handy gestohlen wird, denn in Kenia ist Selbstjustiz ziemlich ueblich. Wenn jemand beim Stehlen erwischt wird, dann wird er halt verpruegelt, oder mit Steinen beworfen; wenn er Glueck hat rettet ihn die Polizei, wenn er Pech hat, dann wird er vom Mob umgebracht und angezuendet oder die Polizei erschiesst ihn. Das Verpruegeln hab ich schon selbst gesehen; dass wer von der Polizei erschossen wird, liest man oft in der Zeitung und das hat auch eine Freiwillige von uns am Montag in Mombasa selbst gesehen; die Selbstjustiz hab ich ueber Kwetu – Home of Peace gehoert. Da ist neamlich ein Bruder von einen Jungen von Kwetu – Home of Peace (was ich erfahren habe, war er unschuldig) als Dieb behelligt worden und dann vom Mob verpruegelt, gesteinigt und dann verbrannt worden.

Dann gabs noch ein paar Fragen per E-Mail:

Was mache ich bei Kwetu – Home of Peace?

Ich arbeite praktisch nur mit den Neuankoemmlingen, die fuer ca. 3 Monate nur im Center bleiben, bevor sie entweder auf ein Internat oder ne Tagesschule geschickt werden. Und speziell in der Anfangszeit ist es wichtig, dass es nicht langweilig wird, dass immer was los ist. Sobald sie nicht beschaeftigt werden, kommt einfach wieder die Lust auf mehr Freiheit auf, die sie in der Strasse hatten. Manchmal kann man das echt gut sehen, wenn ein Junge nah am Tor von Kwetu – Home of Peace sitzt und nachdenklich nach draussen starrt. Wir machen Sport, Tanzen, Musik, Akrobatik, informellen Unterricht, Spiele, Handwerkliches. Also unterrichte ich, spiele mit ihnen, rede mit ihnen, tanze mit ihnen… Wenns zu Gruppentherapien und sowas kommt, haben wir eigene Sozialarbeiter, dafuer bin ich ja nicht qualifiziert. Und wenn gerade kein Programm ist, dann lass ich mir halt was einfallen, damit was los ist, ist zwar teilweise anstrengend, macht aber Spass 🙂

Wie gehts mir mit Suaheli?

Derzeit muss ich mich einfach noch ueberwinden Suaheli zu sprechen, weil ichs einfach nicht gewoehnt bin. Wenn die anderen langsam reden und ich genug Zeit zum Ueberlegen fuer die Antwort bekomme, dann geht schon ne Unterhaltung. 🙂 Und ein paar Phrasen (Begruessungen, Danke, Gute Nacht …) sag ich immer auf Suaheli.

Fotos!!!!!

Die gibts am Samstag. 🙂

Erik wird in Kenia beruehmt

11. Oktober 2008

Denn ich war am Dienstag vor zwei Wochen in einer Kenianischen Zeitung auf nen Foto uebern Kwetu Day zu sehen 😀 Eventuell war ich auch im Fernsehen im Hintergrund zu sehen, das muss ich noch herausfinden 😉

Ich wollte heute mal etwas allgemeines ueber Kenia bzw. Nairobi schreiben, genauer gesagt ueber die Kriminalitaet: Nairobi wird hier naemlich auch Nairobbery (robbery = Ueberfall) genannt und das mit Grund. Es sagt mir zwar jeder, dass die Diebstaehle und Ueberfaelle in den letzten Jahren ziemlich zurueckgegangen sind, aber fuer mich ist es immer noch ziemlich hoch. Seitdem ich hier bin sind 3 Handys (von 2 Freiwilligen und meinem Gastbruder), sowie ne Geldtasche gestohlen worden und zusaetzlich hat es ein paar Versuche von Diebstaehlen gegeben.  Daher gibts hier ziemlich viele Vorsichtsmassnahmen: Jeder District (ne Art Siedlung) hat Tore, die von Wachmaennern bewacht wird, jedes Haus hat Mauern und ein Tor, das praktisch immer verschlossen ist. Nachts geht man nicht allein vors Haus und wenns weiter als 5 Minuten zu gehen ist, nimmt man ein Taxi. Man traut aber natuerlich nicht jedem Taxi, sondern hat ein oder zwei Taxifahrer, die man jederzeit anrufen kann. Wenn man neine Tasche oder einen Rucksack mithat, dann traegt man die entweder so, dass man sie immer sieht oder verschliesst sie irgendwie. Und wenn man alleine geht, dann am Besten schnell, um es fuer Diebe schwerer zu machen. Ziemlich viel vom normalen Tagesablauf ist einfach auf Sicherheit bedacht, da muss man sich erstmal daran gewoehnen.

Was hat sich bei mir sonst noch getan: Ich war auf nen Safari Walk, hoert sich ziemlich interessant an, war aber ned soo berauschend. Mehr als die Haelfte ist wie ein Zoo (in Oesterreich sind Loewen zwar ned nur hinter einfachen Glasscheiben, aber ist trotzdem ein Zoo), auf nen Stelzenweg durch den Nairobi Nationalpark zu gehen war dann zwar wunderschoen, ausser ein paar Affen waren aber leider keine wilden Tiere zu sehen.

Dafuer war ich wieder bei der Schule vom aelteren Gastbruder, da ist jeden Monat ein Besuchstag und dann fahren die Familien hin um auf den Huegeln direkt neben der Schule zu picknicken. War total cool und schoen, einfach ein genialer Ausblick! Bei der Hinfahrt hab ich meine erste wilde Giraffe gesehen und eine grosse Zebraherde war noch naeher an der Strasse als beim letzten Mal. Ich freu mich jetzt schon auf den naechsten Besuchstag.

Bei Kwetu – Home of Peace laeufts immer noch ganz gut, da lauefts mittlerweile grossteils in Routine ab. Die Kommunikation mit den regulaeren Angestellten von Kwetu – Home of Peace und den Freiwilligen ist zwar noch ned so gut, wie ichs erwarte, baer ich hoffe das aendert sich noch. Zum Beispiel gibts fuer die Freiwilligen nie Informationen, dass wir jetzt nen neuen Jungen haben, wer ihn gebracht hat usw. ; sowas muss man immer selbst erfragen.

Und damit ihr auch ein wenig teilhabt an Vorstellungen, die man hier von Europa hat, gibts hier ab jetzt jedes Mal einen kleinen Ausschnitt davon. Eine Verwandte meiner Gastfamilie hat mich etwa gefragt, ob sich in Europas Zoos wirklich Afrikaner als Tiere verkleiden und ob ich mir sicher bin, ob ich den Unterschied zwischen einen Afrikaner in Tierkostuem und einen echten Affen oder Loewen erkennen wuerde…